30. März 2011

Das Leben hat viele Wege.

Manchmal kehrt man an Orte zurück.
Manchmal entdeckt man neue.
Und manchmal ist man irgendwo dazwischen.


Nachdem ich die Seite mit der Anzeige eines wunderschönen Landhauses geschlossen habe,
weil ich in die Richtung gar nicht möchte,
dauerte es nur ein paar Minuten bis ich die Seite wieder offen hatte.
Die Anzeige besteht aus einer kurzen Beschreibung und einem Foto,
auf dem man ein Randstück des Hauses zusammen mit dem Bauerngarten sieht.
Der Einblick ist so toll,
dass mir die Richtung fast egal wird und ich eine Mail rausschicke.

Gestern waren wir uns das mal angucken.

Am Morgen haben wir uns musikalisch passend eingestimmt.



Das Ziel:
 zwanzig Minuten S-Bahn
eine Stunde Ostdeutsche Eisenbahn
 plus sieben Kilometer zu Fuß


Aus der Eisenbahn raus,
bekam ich erstmal den Kulturschock.
So abgefahren war das ganze.
Uns kamen mehrere alte Traktoren entgegen.
Die Fahrer schauten uns an, als würden sie auch einen Kulturschock erleben.
Nach einer Weile wussten wir warum.
Höchstwahrscheinlich lag es an uns.
Der Mann mit meiner roten Pudelmütze und einem Anti-Atom-Anstecker.
Das Kind im Trageding.
Und ich.
Eigentlich ganz normal.
Für die Pampa da draußen glaube schon etwas abgefahren.
Wie für uns deren Welt.
Ich fragte mich, ob ich das wirklich aushalte.
Dorfleben. Dorfjargon. Nichts an Konsum.
Abgefahren.
Jede Minute.


Und auf einmal bin ich angekommen.
Ja, dass ist es was ich will.
Ruhe.
Nichts weit und breit.
Und doch soviel.
Leben.
Ein anderes.



Da wächst das Glück auf Bäumen.



Hinter den Büschen.
Am Ende des Felds.
Das Ziel.


Der Rabaukenräuber fühlt sich wohl.
Schaut sich in Ruhe das Haus an.
Zuerst natürlich das Klo.
Und die Klobürste.
Dann die Badewanne.
Und den Hundetrinknapf.
Der ganz schnell leer ist.

Im Garten sammelt er Rosenäste mit seinen Füßen.
Dornen kratzen.


Auf dem Rückweg begeht er den warmen Boden mit nackigen Füßen.
Und versucht auf Feuerkäfer zu treten.



Dann gehen wir aufs Feld und plündern unser Lunchpaket.

...Nimm Dir Essen mit, wir fahrn nach Brandenburg...

 Und im Bus.
Der dreimal am Tag fährt.
Werden wir gefragt, wohin wir wollen.
Die aussteigenden verabschieden den Busfahrer.
Und als wir an der Endstation "Zuckerfabrik" vorbeifahren,
fragt uns der Fahrer nochmal genauer, wohin wir wollen.
Praktisch.
Und auch wir verabschieden uns.
Abgefahren!


4 Kommentare:

  1. oooohhh. das hört sich super an...und sieht so schnucklig aus...miete? kaufen? wir haben auch ein so tolles haus gefunden aber kaufen is zur zeit noch nich drin :-( mal schauen wie es wieter geht..

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  2. Es ist zur Miete und sehr günstig. Momentan gibts noch mehr Interessenten und nächste Woche fällt die Entscheidung. Wir diskutieren hier aber auch noch, ob wir es nehmen wenn wir es bekommen sollten. Es liegt ja sehr weit draußen und mein Freund arbeitet in Berlin. Der Bus fährt sehr spärlich und er bräuchte dann ein Auto. Das Haus ist toll! Drinnen sind überall Holzbalken und alles sehr gemütlich. Oben vorm Schlafzimmer gibts noch eine Terasse und im Bad eine riesengroße Badewanne. Und Platz für Schafe ist auch :)

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  3. oh yeah...hört sich traumhaft an. auch platz für besucher ? :-) wir müssen auch ein auto haben, nehmen immer alte klapperkisten an denen man rumschrauben kann...ländlich ohne auto ist doch schnell sehr vereinsamend...

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  4. na du! also das mit dem urlaub geht klar, kommt uns doch einfach mal besuchen!!! haben hier kaum so nette symphatische grüne unerzogene familien wie euch...und hier ne menge toller natur und kölle is auch nich weit. oder wir tauschen mal die wohnungen? oder bald das haus??? wie siehts aus mit euren plänen? grüße euch.

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